die Umstände

ich wollte einen Blog erstellen, weiß nun aber nicht was ich schreiben soll. bzw. wo ich anfangen soll....
die Winterzeit ist bei mir wie für die meisten immer sehr melancholisch und wenn man dann noch Niederschläge erlebt ist es immer schlimmer.
So passierte es vor einigen Wochen das mein freund kurz nach dem wir im urlaub waren, sagte er wüsste nicht mehr ob er mich noch liebt. wir führen leider eine Wochenendbeziehung und er ist kurze zeit später gefahren. am nächsten Abend, und er hat sie nicht ein Mal gemeldet, wie er es sonst getan hat, schickt er mir eine email in der er unsere Beziehung beendet.
ich habe diese Nachricht erst am anderen morgen gelesen, und ich war völlig aufgelöst. ich wurde von der arbeit nach hause geschickt, und haben in meiner Wohnung schreiend und weinend auf dem Fußboden gelegen. ich dachte das kann es doch nicht sein, er ist nicht mein erster freund, aber der erste mit dem ich bereit war mein leben zu verbringen. ich wollte etwas bewirken, dachte mir das kann es doch nicht gewesen sein. und so habe ich mich ins Auto gesetzt und bin die hunderte Kilometer zu ihm gefahren. ich habe als ich dort war lange auf ihn gewartet, denn er wusste nicht das ich auf ihn warte, aber er hat mir die Möglichkeit gegeben zum reden. er hat mich angehört, aber erst hat jedes mal nach kurzem grübeln gesagt "ich kann nicht mehr".
wie es in keiner Beziehung ausbleibt haben wir uns auch mal gestritten. aber nie über grundsätzliche dinge des leben. wir haben uns darüber gestritten ob wir nun die Fenster aufmachen, oder über Macken des anderen, was nicht immer richtig war. aber ich habe ihn trotzdem geliebt. manchmal habe ich gemerkt dass ich ihn in gewissen (für mich) Kleinigkeiten so "prägen" wollte, dass er das akzeptiert. vielleicht ist dieser Schuss nach hinten losgegangen. er hat aber ich im Moment viel stress, wobei er meint das würde ihn nicht so belasten, aber das glaube ich nicht. manchmal belasten dinge einen mehr als man zugibt oder auch merkt.
ich habe hier in Norddeutschland eine guten job gehabt und er war gerade in seinem letzten Semester am studieren, als ich ihn kennen lernte. wir haben beide höhere berufliche ziele verfolgt und uns nachdem wir uns einige Monate kannten, entschieden nach Süddeutschland zu gehen. wir sind von getrennten Wohnungen zusammen ist eine gemeinsame weit weg von zu hause gezogen. zusammen zu wohnen ist was anderes als immer noch seine zuflucht in die eigene Wohnung zu haben. ich habe eine stelle angenommen bei der sich ziemlich schnell die schlimmsten Intrigen und Lügereien entwickelten. ich habe nach einigen Wochen (erfolglos) schon meine ersten Bewerbungen geschrieben dort wegzukommen, denn es wurde immer schlimmer. mir ist das nachts aufs bett gekommen, ich habe morgens schon Magenkrämpfe bekommen bei dem Gedanken gleich wieder in diese Firma zu müssen. und mein freund steckte mit zunehmender zeit immer intensiver in seiner Diplomarbeit. heute weiß ich das ihn mehr damit beansprucht habe als es vielleicht gut gewesen wäre, denn ich habe heute noch einem Kind entsprechend ausgeprägte Bedürfnisse nach Sicherheit und Geborgenheit. trotzdem hat er seine Diplomarbeit mit 1,0 bestanden, was ich sehr gut finde. das Klima auf meiner arbeit wurde so schlimm das ich gekündigt habe, obwohl ich noch keine neue stelle hatte. und er hatte Bewerbungen geschrieben, denn aufgrund der Wirtschaftskrise konnte er in dem unternehmen, in dem er seine Diplomarbeit geschrieben hatte nicht bleiben und seine Bewerbungen auf stellen blieben alle erfolglos. und dadurch das ich auch niemanden in der fremde hatte (außerhalb meines Freundes) mit dem ich meine Probleme teilen konnte hab ich mich nach hause gesehnt. so haben wir uns dann entschieden wieder nach Norddeutschland zu ziehen, wo das leben auch günstiger ist. diesen Umzug haben wir ziemlich spontan und schnell abwickelt. und haben uns beide anfangen zu bewerben. ich habe ziemlich schnell eine stelle gefunden die mich zwar nicht ausfüllt, und unter dem stellenwert ist was ich bis dato erreicht hatte, aber ich hatte erst mal arbeit. ich solle Daten für eine neue Software die eingeführt wird erfassen, und danach werden andere aufgaben auf mich übertragen. mein freund hat sich deutschlandweit beworben und erst mal nach seinem Studium beruflich Fuß zu fassen. wie der Zufall es wollte hatte er eine stelle in Süddeutschland gefunden und so sind wir zu einer Fernbeziehung gekommen. unser Lebensmittelpunkt war unsere Wohnung in Norddeutschland, er hat sich ein kleines Apartment in der nähe seiner arbeit gemietet und ist jedes Wochenende gependelt. finanziell war es tragbar, da er Mitfahrgelegenheiten gemacht hat. in seiner neuen stelle war gut zu tun, aber mit der zeit ließen die Aufträge nach und vor unserem urlaub hatte er nachher gar nichts mehr zu tun und Probleme seinen tag rum zu bekommen. ich habe in dem job in dem ich jetzt bin auch keinerlei Erfüllung. dieser job ist eine Beschäftigung ohne jegliche Herausforderung. einer meiner Kollegen hatte dann noch im Sommer seinen Sohn ins unternehmen geholt und Interesse ihn hier zu halten. kurz bevor meine Probezeit zu ende war wurde mir dann mitgeteilt das ich gekündigt werden sollte um mit einem Halbjahresvertag wieder eingestellt werden soll, da sie nach dem Projekt wohl keine aufgaben mehr für mich haben werden. das war wieder zeitgleich mit der Auftragsflaute bei meinem freund. nach Gesprächen mit dem Geschäftsführer werde ich meinen job wohl behalten, auf jeden fall in der Firma bleiben können, aber was ich danach für aufgaben habe werde weiß ich noch nicht. diese Firma ist auch die pure Patriarchie, weshalb ich hier auch keinerlei Entwicklungsmöglichkeiten haben werde. wieder waren wir in der Situation in der der eine den anderen hätte auffangen sollen, steckten beide jedoch in der Krise. hinzu kam das wir uns immer mehr über unnötige Kleinigkeiten gestritten haben. mein freund hat manchmal Gespräche damit eingeleitet wir müssen was ändern, oder uns trennen. manchmal, das kann ich heute zugeben, habe ich gedacht warum er über so was diskutieren will. aber ich habe es aus meiner Kindheit mitgenommen zu kämpfen, und wenn man soviel kämpft, verliert man leicht das Gefühl geborgen zu sein. durch diese ganzen Situationen hat sich in unser gutes zwischenmenschliches Verhältnis eine gewisse Distanz eingestellt. er hat mich jeden Abend zum einschlafen in den arm genommen, auch noch an dem tag vor unserer Trennung, aber ich wäre auch nicht bereit gewesen zu näheren körperlichen Kontakten die ein paar normalerweise hat.

Keine Kommentare: