Mein Freund und ich waren im Urlaub und wir haben im Urlaub auch schon eine gewisse Distanz gehabt, die auf den ganzen stress in unserer Beziehung zurückzuführen war. Ich habe mich auch ehrlich gesagt nach keiner körperlichen nähe gesehnt, aber geliebt habe ich ihn trotzdem. Durch die Fernbeziehung habe ich mich immer mehr in meinen alten Verhaltensweisen wiedergefunden zu kämpfen; das weiß ich heute. So kam z. B. mal eine kleine Situation auf in der wir eine Besichtigung gemacht haben und in ein Museum wollten. Dort waren Kameras verboten, allerdings nicht davor. Und ich wollte die gern mitnehmen, er hat aber auf das Wort des Reiseleiters hören wollen. So hat sich dadurch eine streitige Diskussion entwickelt, in der ich mich nachher nicht mehr anders zu verteidigen wusste, als das ich gesagt habe, ich will nach Hause. Ich habe mich oft mit solchen Argumenten versucht durchzusetzen. So habe ich ihm gegenüber auch oft gesagt, ich habe mich noch nie mit jemandem so viel gestritten wie mir Dir. Aber das stimmt nicht. Zum einen wollte ich damit nur meinen Willen durchsetzen, und in anderen Beziehungen gab es auch oft genug streit. Sehr oft.
So kam es nun an einem Sonntag vor ein paar Wochen das er sich die Mailbox für seine neue Handynummer einrichtete. Ich habe alles von dieser Dame vom Tonband verstanden und ausgerechnet in der Situation in der sie seine PIN Nummer wiederholt hat, sagte er ganz laut „lalala“. Mir kam das äußerst Merkwürdig vor und habe ihn darauf angesprochen ob er mir nicht traut. Er sagte ja, und ich erwiderte ihm das ich das nicht glauben kann. Mir kam die Situation schon komisch vor. Nach ein paar Kommentaren war das Thema für mich eigentlich gegessen, weil es mir keinen Streit wert war, aber er ließ nicht locker und wollte diskutieren. Ich weiß nicht mal mehr über was wir alles gesprochen haben, bis er dann auf mal zu mir gesagt hat er hat das Gefühl das ich ihn einenge, er würde seinen Freunden nicht mehr gerecht werden und er wüsste nicht mehr ob er mich noch liebt. Für mich war das eine totale Ohrfeige. Ich bin in einen anderen Raum gegangen, habe geweint, geweint, geweint. Er ist mir gefolgt und hat mich sogar noch in den Arm genommen, aber ich habe kein Wort herausgebracht. Nach einiger Zeit bin ich ins Bad gegangen und er ist in der Zeit eingeschlafen. Ich wollte nur noch raus aus unserer Wohnung, habe ihn aber noch mal gefragt ob er noch mal mit mir reden möchte, sonst würde ich fahren. Er sagte wir sollten noch mal reden, aber ich weiß bis heute nichts mehr aus dem Gespräch. Wir haben noch mal geredet und als ich dann die Wohnung verlassen habe, musste er kurz danach auch wieder nach Süddeutschland. Ich kann mich noch genau erinnern wie er dort stand, mit einem Blick voller Trauer und Kummer hat er mir gewunken. Er hat sich immer Abends bei mir gemeldet das er heile angekommen ist und er hat mich morgens immer angerufen zum wecken, damit ich auch aufstehe, weil ich morgens oft meine Wecker nicht höre. Ich habe das immer sehr an ihm geschätzt, denn er hat es getan ob wohl er selbst kein Morgenmensch ist. Doch er hat sich nicht gemeldet. Am Sonntag nicht, am Montag nicht, am Dienstag auch nicht. Als ich dienstagmorgens meine E-Mails kontrolliert habe, habe ich eine E-Mail von ihm gelesen in der er unsere Beziehung beendet hat. Er hat dort Dinge erwähnt, von Streitereien, die eigentlich lange als ausgesprochen galten. So dachte ich. Heute nach einigen Gesprächen in psychologischer Betreuung weiß ich das auch er nicht perfekt ist. Aber leider ist dieser Gedanke da, wenn man von jemandem verlassen wird. Sich zu trennen ist einfacher als verlassen zu werden. Er ist noch nie verlassen worden und, auch so gemein es sich anhören mag, ich wünsche ihm das Gefühl auch mal zu bekommen.

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